“Ihr habt eine Schule zum Wohlfühlen”


Verleihung des BoriS-Berufswahlsiegels Baden-Württemberg an die Leimbachtalschule Dielheim

„Wir lernen nicht für die Schule, sondern für das Leben“, kommentierte Bürgermeister Hans-Dieter Weis die neuerliche Verleihung des BoriS- Berufswahlsiegels Baden-Württemberg an die Leimbachtalschule in Dielheim. Mit den unterschiedlichsten Projekten und einem praxisnahen Training seien die Schüler für den Berufseinstieg fit gemacht worden. In diesem Zusammenhang wies Weis auf den Bau des Sportparks als generationenübergreifendes Projekt hin, der auch für den Schulsportunterricht ganz neue Möglichkeiten eröffne. Außerdem stehe die nächste Großinvestition, die Generalsanierung der Schule, schon vor der Tür. Wie bei der Berufsvorbereitung müssten auch hier alle Beteiligten gut zusammenarbeiten.
Übergeben wurde die Urkunde von Claudia Orth, Leiterin des Geschäftsbereichs Berufliche Bildung bei der Handwerkskammer Mannheim. Sie gratulierte dem ganzen Kollegium und der Gemeinde. Es sei nicht einfach gewesen, das Siegel ein zweites Mal zu erhalten, denn die Schule habe gegenüber dem ersten Mal deutliche Fortschritte nachweisen müssen. Dies sei nur zu realisieren, wenn Schulleitung, Lehrer und Eltern an einem Strang ziehen. „Ihr habt eine Schule zum Wohlfühlen“, meinte sie an die Adresse der Schüler. Diese durften in der Leimbachhalle die Auszeichnung miterleben und anschließend ihre Mannschaften beim schulinternen Fußball-Turnier anfeuern. Großen Anklang fand bei ihnen das Rahmenprogramm, das die Tanz-AG mit modernem Tanz und die Klasse 4a mit einer Akrobatik-Show gestalteten.
Mit dem BoriS-Berufswahlsiegel wurden in diesem Jahr weiterführende Schulen in Baden-Württemberg zum fünften Mal ausgezeichnet, die ihre Schüler bei der Wahl eines Berufs oder Studiums in besonderer Weise unterstützen. Eine unabhängige Jury aus Vertretern von Unternehmen, Schulen und Kammern hatte die Bewerbungen anhand eines einheitlichen Kriterienkataloges beurteilt. Unter anderem wurde bewertet, wie gut arbeitsweltbezogene Themen in den Unterricht integriert werden, Schüler zu Informationen über Arbeitswelt und Studium kommen, Schlüsselkompetenzen wie Konflikt- und Verantwortungsfähigkeit geschult, Erfahrungen in der Praxis aufgearbeitet und externe Partner eingebunden werden.
Die Leimbachtalschule ist eine von neun Schulen der Rhein-Neckar-Odenwald- Region, die bereits zum zweiten Mal mit dem Siegel ausgezeichnet wurden. Wie die RNZ von Fachbereichsleiter Björn Jurk erfuhr, kam es in diesem Zusammenhang in der Schule in den letzten drei Jahren zu einer ganzen Reihe von Neuerungen. So wurde das Thema Berufsorientierung in allen Wahlpflichtfächern behandelt und den Klassenlehrern eine Materialsammlung zum „Girls Day/Boys Day“ an die Hand gegeben. Jede Klasse erhielt zusätzliche Stunden, um berufsbezogene Themen in Projekten bearbeiten zu können. Außerdem wurde eine Qualitätssicherung durch den Fachbereichsleiter und den Schulleiter eingeführt.
Durch Einbeziehung externer Fachleute von der Agentur für Arbeit, der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer wurden in den achten und neunten Klassen die Vor- und Nachbereitung der Berufspraktika vertieft. Auszubildende und betriebliche Ausbilder der Kooperationspartner Heidelberger Druckmaschinen, Ikea, KSGleitlager und Eckertsberg-Kindergarten gaben Einblick in den Berufsalltag „aus erster Hand“ und seit zwei Jahren können die Schüler der siebten Klassen das halbtägige „Mittwochspraktikum“ in den genannten Betrieben besuchen, um dort über einen längeren Zeitraum arbeitsweltbezogene Erfahrungen zu sammeln. Die meisten nutzen dieses Angebot in beiden Schulhalbjahren. Zudem wird seit Jahren ein Berufeparcours in der Kulturhalle durchgeführt, in dem die Schüler ihre handwerklichen Fähigkeiten an praktischen Aufgaben testen. Dieser hat inzwischen so großen Anklang gefunden, dass sich benachbarte Schulen angeschlossen haben oder sich bei dessen Neueinrichtung beraten lassen. Bei allen Maßnahmen spielt die persönliche Beratung eine ganz große Rolle, die nicht nur von den Klassenlehrern, sondern auch vom Fachbereichsleiter für Berufsorientierung geleistet wird.

Von:Anton Ottmann, RNZ vom 30.07.2012